Mittwoch, 18. Oktober 2017

Mein Posting zum Thema: Wann wird wieder Politik gemacht
Ralf Nietzschmann für den Gesprächskreis und http://politikparadox.blogspot.de/ ,
http://robert-diegrossenreligionen.blogspot.de/
in Anlehnung an die
Nachdenkseiten (NDS)
http://www.nachdenkseiten.de/



Liebe Freunde*innen des Gesprächskreises, verehrte Leser*innen und Bekannte,
In meinem Posting Gedanken zur Wahl, schrieb ich:
Vorab, ich hatte mich im Vorfeld der Wahl erstmalig entschlossen ungültig zu wählen.
Aufgrund der Ereignisse geschürt vor allen durch die Systemmedien und Erkenntnissen, die ich teils in persönlichen Gesprächen, aber auch als Stimmungsbarometer meiner Mitbürger aufgenommen hatte, wählte ich als ehemaliger SPD Wähler, wie seit 2005 die Linke.

Ich gebe zu, dass ich schwer enttäuscht bin über den Zustand der Linkspartei.
Besonders krass das Ergebnis der LT Wahl in Niedersachsen.
Ich scheue mich nicht, den Zustand und das Wahlergebnis aus meiner Sicht zu diskutieren.

Ich bin überzeugt davon, dass Wähler der Linkspartei überlegt wählen und nicht emotional.
Das heißt, sie informieren sich über Wahlprogramme, Aussagen von Spitzenpolitiker der Partei und beurteilen auch sehr kritisch die Partei als Ganzes.
Es ist nicht mal bei oberflächlicher Betrachtung zu erklären, warum der Stimmenanteil der Linkspartei innerhalb kurzer Zeit in Niedersachsen im Vergleich zur Bundestagswahl sich fast halbiert hat.
Es müssen Gründe vorliegen und diese Gründe sind de
m bewussten vermeintlichen Linkswähler im Vorfeld der LT Wahl in Niedersachsen bekannt geworden.
Diesmal sind keine, sonst übliche Attacken der Systemmedien verantwortlich. Wir haben es mit Grabenkämpfen innerhalb der Führungsriege zu tun. Ein Tatbestand, denn ich so nicht für möglich gehalten habe.
Dazu Link Hinweise.

http://www.tagesschau.de/inland/wagenknecht-tagesthemen-103.html

Sahra Wagenknechts Brief an die Abgeordneten der Linksfraktion

http://www.nachdenkseiten.de/?p=40635#h01

Ich veröffentliche unter Beachtung der Persönlichkeitsrechte hier meinen E – Mailverkehr mit einem Abgeordneten der Linkspartei .

Hallo Herr ……..,

als Wähler der Partei die Linke und aktives Mitglied eines Gesprächskreises in Anlehnung an die Nachdenkseiten schreibe ich ihnen.

Meine Freunde und ich sind auf das äußerste besorgt über die Vorgänge um S. Wagenknecht und D. Bartsch. Für uns ist S. Wagenknecht die fähigste aktive Politikerin in Deutschland.

Nur wegen S. Wagenknecht, traf ich auch diesmal wieder meine Wahlentscheidung für die Partei die Linke.

Es ist für uns unerklärlich, dass die Linke in Niedersachsen fast die Hälfte ihrer Stimmen im Vergleich zur Bundestagswahl eingebüßt hat. Da potenzielle Wähler sich umfassend außerhalb der Systemmedien über die Linkspartei informieren, ist es naheliegend, dass innerparteiliche Auseinandersetzungen die Ursache sein müssen.

Sollte es sich bewahrheiten, dass B. Riexinger tatsächlich eine derartige Aussage zu S. Wagenknecht, nachzulesen unter http://www.nachdenkseiten.de/ gemacht haben, ist das ein Skandal.

Außerdem wäre die Linkspartei unter weiterer Einflussnahme einer K. Kipping für mich und meine Freunde nicht mehr wählbar. Diese Frau ist vergleichbar mit einer KGE von den Grünen.

Nur ihre Meinung zählt, besonders auch zur Flüchtlingsproblematik. Es ist eine absolute Frechheit einer S. Wagenknecht Rassismus zu unterstellen. Kipping und Riexinger sind für meine Freunde und mich niemals die Führungspersönlichkeiten, die eine wirkliche Linke benötigt.

Als mein Abgeordneter der Linkspartei im Bundestag, ich wohne in xxxx, möchte ich gerne ihre Meinung zu meinen Bedenken erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Nietzschmann

Antwort:

Lieber Ralf Nietzschmann,

um mit dem Ende Ihrer Mail zu beginnen: ich habe den Sprung in den neuen Bundestag knapp verfehlt und bin daher leider nicht mehr der linke Abgeordnete aus xxxx oder xxxx.

Zur Sache: Die Medien spilen hier ein ganz übles Spiel. Bernd Riexinger hat solche Äußerungen nie gemacht und es stand und steht für den Parteivorstand der LINKEN außer Frage, dass Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch die neuen (und alten) Fraktionsvorsitzenden werden.

Mit freundlichen Grüßen

xxxxxxx.xxxxx

Dazu eine Anlage als pdf

Beschluss 2017/118GV
Beschluss des Geschäftsführenden Parteivorstandes vom 17. Oktober 2017
Vorschlag für Fraktionsvorsitz
Der Geschäftsführende Parteivorstand schlägt einstimmig der Bundestagsfraktion vor, Sahra
Wagenknecht und Dietmar Bartsch zu ihren Vorsitzenden zu wählen.

Dieser Beschluss, sagt natürlich nichts über die Machtspiele Kipping/ Riexinger vs Wagenknecht/ Bartsch aus.

Meine erneute E - Mail als Antwort heute am 18.10. 2017 gesendet:

Hallo Herr xxxx,

ich bedanke mich für ihre prompte Antwort, die mich aber keinesfalls überzeugt. Ich kann sehr wohl Hetzkampagnen der Systemmedien gegen die Linkspartei einordnen.

In diesem besonderen Fall kann ich aber keine "Fake News" seitens der Systemmedien erkennen. Alleine die Veröffentlichung des Briefes von S. Wagenknecht - An alle Abgeordnete der Linksfraktion - heute nachzulesen auf den Nachdenkseiten, spricht doch Bände über den Zustand der Partei. Obwohl nun die Bestätigung von S. Wagenknecht und D. Bartsch durchaus mit einer für eine pluralistische Partei akzeptabler Bestätigung für den Fraktionsvorsitz über die Bühne gegangen ist, bleiben für mich Bedenken, wie die Zukunft der Linkspartei aussehen wird. Alleine das Interview mit K. Kipping heute im Morgenmagazin, deute ich, dass der parteiinterne Kampf keinesfalls beseitigt ist. Es ist schade, dass die einzige Partei, die für meine Klientel ein Hoffnungsschimmer war, mit derartigen Auseinandersetzungen, wo persönliche Befindlichkeiten in den Vordergrund rücken, immer mehr an Glaubwürdigkeit verlieren wird. Meine Meinung zu K. Kipping im Bezug zu S. Wagenknecht hat sich nicht verändert, eher verfestigt. Schade, dass eine der fähigsten Politikerinnen der gesamten aktiven Politiker, aus den eigenen Reihen so angegangen worden ist. Dies ist dann tatsächlich wieder eine Steilvorlage für die Systemmedien, um von den wahren Problemen, die die Menschen und vor allem auch die Wähler der Linkspartei, ablenkt und der Einheitspartei CDU/CSU(SPD/ GRÜNE in die Karten spielt, weiter ihre verhängnisvolle neoliberale Politik fortzusetzen. Es wird auch nicht mehr lange dauern, bis die AfD salonfähig gemacht wird und damit dieses Lager zusätzlich stärkt.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Nietzschmann

Dieser nun ehemaliger Abgeordneter im Bundestag, bleibt aber einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei DIE LINKE
und ist Mitglied im Vorstand des ISM - Institut Solidarische Moderne.
Dazu muss man zu ISM wissen:
Das Institut Solidarische Moderne ist eine Programmwerkstatt. Ziel ist, über Parteigrenzen hinweg konkrete und durchführbare politische Alternativen zum Neoliberalismus zu entwickeln.
Vorsitzender des Kuratoriums ist der Soziologieprofessor Lessenich aus München.
K.Kipping gehört zum Vorstand der ISM.
Lessenich „glänzte“ im Vorfeld der BT Wahl mit einem Loblied auf das Duo Kipping/Riexinger und beschuldigte Sahra Wagenknecht mit schlimmen Querfront Vorwürfen. Er unterstellte ihr nationales Gedankengut, also klare Nazi Assoziationen.
Bedauerlicherweise beteiligte sich auch das Neue Deutschland, ein Presseorgan, dass nach wie vor den Linken nahesteht, an der Schmutzkampagne gegen S. Wagenknecht.
Für mich persönlich bleibt es natürlich dabei, dass eine starke Linke notwendig wäre, aber nicht um jedem Preis. Lieber eine starke Opposition und klare Kante zeigen, so wie von S. Wagenknecht praktiziert. Ich brauche keine Kipping, die genau wie andere Politiker nur versucht an die Futtertröge der Macht zu kommen. Deutschland braucht auch keine SPD light, die sich jetzt noch Linke nennt.
Auf alle Fälle muss man als interessierter Mensch für gesellschaftliche Ereignisse die Entwicklung der Linkspartei im Auge behalten.
Es kann auch sein, dass ich mich wiedermal der Realität stellen muss. Das habe ich aber gelernt und kann auch mit Niederlagen umgehen. Für die Wahrung seiner eigenen Ansicht, hatte ich einen sehr guten Lehrmeister, einen wahren Kommunisten, der sich bis zu seinem Lebensende, weder in der Weimarer Republik, unter Hitler und auch nicht in der DDR verbiegen ließ.

Glück auf
Ralf




Montag, 16. Oktober 2017

Anne Will vom Sonntag, 15.10.2017


Die Gäste im Studio

Das Thema diskutieren Volker Bouffier, Olaf Scholz, Katrin Göring-Eckardt, Wolfgang Kubicki und Albrecht von Lucke.

https://daserste.ndr.de/annewill/Der-Abschluss-im-Superwahljahr-Wird-jetzt-mal-wieder-Politik-gemacht,annewill5402.html

Nachdem der erste Absatz (kursiv) im Anne Will Forum wieder einmal zensiert und nicht veröffentlicht wurde (war wohl zu satirisch), habe ich eben wieder selbst einen Post daraus gemacht und mich noch ein wenig genauer mit der Sendung befasst.

Es ist Sonntag, der 15. Oktober 21 Uhr 45. Hier ist Berlin mit Anne Will mit Albrecht von Lucke, dem Dieter Thomas Heck der politischen Hitparaden Ansager und dieser spricht über den aktuellen Chartstürmer (dem) Trio mit „DA DA DA(ismus)“! Während das „Trio“ noch mit „DA DA DA“ live nach Erklärungen sucht, mit welchen sie ihre eigenen Widersprüchlichkeiten der vergangenen Wochen zu rechtfertigen suchen. Dass dabei nicht viel mehr als der Hit DA DA DA(ismus) rauskommt und trotzdem die Hitparade anführt, liegt wohl am „Musikgeschmack“ des Publikums! Dass der Hit an sich weder phonetisch, melodiös, noch textlich ein Hit ist, stört die Sieger nicht. Denn es lockt mit der „goldenen Schallplatte“ ja entsprechende Anerkennung, die sich auch finanziell für das Trio lohnt!
Ob der jamaikanische Musikstil SKA oder Reggae melodiöser und verständlicher in die Ohren des Publikums eingehen wird, muss sich erst noch zeigen. Nach der heutigen Hitparade in Niedersachsen wohl eher nicht. Auch wenn sich das Trio noch so sehr mit DA DA DA bemüht, ihren neuen Musikstil zu erklären und zu rechtfertigen! Und mit dem Bemühen der Umfragen vorher und nachher ist man dann beim ESC und den deutschen Teilnehmern angekommen. Man sucht vor der Veranstaltung den richtigen Interpreten und Hit für den Contest und aufgrund des mageren Ergebnisses nach dem Contest schon wieder den nächsten Interpreten mit einem besseren Hit. Statt DA DA DA dann wohl Bla bla bla!

Muss mich korrigieren. Denn nach meinem heutigen und neuerlichen Versuch, wurde mein Beitrag dann doch noch veröffentlicht!


Volker Bouffier: „wir können nicht einfach sagen, die Welt ist so, wie sie ist!“

Aber lassen sie sich nicht geradezu dafür wählen, dass sie dem Volk die Welt erklären, wie die politische Welt nach ihrem Verständnis ist?!
Zunächst aber müssen sich die Schwesterparteien erst mal darauf verständigen und einigen, welches Weltbild das richtige ist?! Die „Schwestern“ streiten also zuerst mal darüber, wer denn nun ihre „Eltern“ und ob es auch dieselben sind?! Da gab es bei den „Schwestern“ ja angeblich bereits vor der Wahl die Verständigung darüber, mit welchen „elterlichen Ratschlägen (Parteiprogramm)“ man GEMEINSAM vor das Wahlvolk treten wolle. Gleich nach der Wahl aber mussten sich die „Schwestern“ wieder erst darüber verständigen, wie es denn nun GEMEINSAM weitergeht?! Jetzt hat sich also das Vertrauen der beiden „Schwestern“ vor der Wahl in ein Misstrauen nach der Wahl gewandelt.
Und jetzt sollen noch „2 Kinder“ adoptiert und zur Regierungsfamilie kommen, welchen man schon ständig – eben auch vor den Wahlen – misstraut hat?!
Also geht es primär ja zunächst – sowohl vor, als auch nach Wahlen – nicht um die Wähler. Sondern um die eigene Partei und deren Interessenvertreter. Man tritt also zur Wahl bereits mit der Lüge an, dass man sich zum Wohle des Volkes wählen lassen und dazu berufen fühlt.

Und Olaf Scholz, aber nicht nur er (s. die neuesten Umfragen) glaubt, dass diese, sich misstrauenden „Familienmitglieder“ es schaffen werden, erfolgreich eine „heile Familienstruktur“ herzustellen. Ansonsten wären sie alle Verlierer?!

Anne Wille fragt dann auch noch nach dem Respekt gegenüber den Wählern?! Als ob dies jemals die Grundlage für Konsequenzen aus einem Wahlergebnis gewesen wäre?!
Aus den Wahlergebnissen lasen und deuteten die Parteien immer schon heraus, was sie heraus lesen und deuten wollten!
Scholz versucht das Verhalten der SPD mit den Umfragen zu rechtfertigen, welche ihm scheinbar recht geben.
Eigenartig nur – und dies gilt für ALLE -, dass sie auch die Umfragen, genau wie Wahlergebnisse einmal so und ein anders mal so deuten und auslegen?! Wenn also Umfragen beliebig ausgelegt werden können, welche Wert und welche Aussagekraft besitzen diese dann?!
Kubicki und KGE verhalten sich im Laufe der Sendung dann auch wie zwei kleine Kinder und führen eine Diskussion darüber, ob ein „Bruder“ mit seiner künftigen „Schwester“ so umgehen darf, wie er dies bisher getan hat?!
Recht hat Kubicki allerdings damit, dass man innerhalb der „Familie“ zumindest dasselbe meint, wenn man von bestimmten Begrifflichkeiten spricht.

Bouffier: „was trauen wir uns eigentlich zu, was vernünftigerweise in diesem Land integriert werden kann. Es klingt auf den ersten Blick wunderschön, wenn ich sage, die sollen kommen.“
Seine Chefin (auch künftig Mutter der Regierungsfamilie) sah dies offenbar 2015 genau so, als sie sagte: „wir schaffen das“?! Und streitet sich jetzt noch mit den „Familienmitgliedern“ darüber, wie „wir das schaffen“?!
Siehe CSU und CDU vor der Wahl, dem beschlossenen gemeinsamem Wahlprogramm plus Bayernplan. Diese gemeinsamen Programme und Pläne mussten nun nach der Wahl erneut diskutiert und in einer anderen Form beschlossen werden!

Es hat sich auch durch diese Wahlen NICHTS geändert! Es wird wieder Kompromisse geben und die zu vergebenden und angestrebten Posten werden neu (bis auf den Chefsessel) besetzt werden!
Die Verantwortung gegenüber den Wählern, dem zu vertretenden Volk wird auch dieses Mal nur sekundär sein!

Freitag, 13. Oktober 2017

Maybritt Ilner von Do. 12.10.2017 und ein paar Gedanken dazu

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/regierungsbildung-koalition-nur-fuer-eliten-wie-sozial-wird-jamaika-sendung-vom-12-oktober-2017-100.html
Zu dem Einspieler mit Clemens Fuest:

Wenn ein Wissenschaftler (Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest) Gerechtigkeit anstelle des (Lebens)Rechts mit Um-, Ver- und Zerteilung in Zusammenhang bringt, dann darf und muss man die Frage stellen, welche Wissenschaft da betrieben wird und womit dieser seine Dr.-Titel und Professur gemacht hat?! Das (Lebens)Recht kann aber ganz sicher nicht die Grundlage seiner „Weisheit und Wissenschaft“ sein!

Salomons Urteil ist der beste Beweis dafür, dass es sich bei Gerechtigkeit nicht um Gleichmacherei, also Um- Ver- und Zerteilung handelt, sondern um das (Lebens)Recht. Wer also auf das Lebensrecht schaut, der verzichtet zugunsten des Lebens auf (Um)Verteilung und lässt „das Kind“ lieber am Leben. Dies geht aber nur dann, wenn ALLEN Gerechtigkeit widerfährt und ALLE zu ihrem (Lebens)Recht kommen. Gerechtigkeit bedeutet keinesfalls Gleichmacherei durch (Um)Verteilung.
Gerechtigkeit bedeutet, dass JEDER seinen notwendigen Teil des Lebens gemäß dem geltenden Lebens (Natur) Recht bekommt.
Vielleicht sollten die „Weisen und Wissenschaftler“ einfach mal wieder einen Blick in die Bibel (die Grundlage der westlichen Werte und Demokratien) werfen. Im 1. Buch der Könige 3, 16-28 können sie dann nachlesen, wie ein „salomonisches Urteil“ aussieht, wenn es um das „umverteilen, verteilen und zerteilen“ von Leben und nicht um Ökonomie und „wissenschaftliche Auslegungen und Studien“ geht:
 
Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König. Die eine sagte: „Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort. Nun starb der Sohn dieser Frau während der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, während ich schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite. Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte.“ Da rief die andere Frau: „Nein, mein Kind lebt, und dein Kind ist tot.“ Doch die erste entgegnete:„Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.“ So stritten sie vor dem König. Da begann der König: „Diese sagt: 'Mein Kind lebt, und dein Kind ist tot!' und jene sagt: 'Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.'“ Und der König fuhr fort: „Holt mir ein Schwert!“ Man brachte es vor den König. Nun entschied er: „Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen!“ Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König - es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: „Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und tötet es nicht!“ Doch die andere rief: „Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!“ Da befahl der König: „Gebt jener das lebende Kind, und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter.“ Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach.

Dieses Gleichnis richtig erkannt, macht dann auch deutlich, wem es um was geht! 


Wenn also „Besitz und Eigentum“ aufgrund von Lüge, Betrug und Raub durch die „falsche Mutter“ stattfindet, dann führt dies unweigerlich – selbst bei Um-, Ver- und Zerteilung - zum Tode. Wer also glaubt, dass „ewiges Wachstum bei richtiger Umverteilung“ zur Lösung des eigentlichen Problems führt, der irrt sich gewaltig! Erst recht dann, wenn „Wachstum des Besitzes und Eigentum“ auf einer Lüge, Betrug und Raub gründet! Da wurde das (Lebens)Recht schon längst beiseite gelassen und durch menschliches Recht und entsprechende Gesetze, welches ständiger Korrekturen und „Anpassungen bedarf – an was eigentlich?! - außer Kraft gesetzt. Das (Lebens)Recht kann nicht ständig willkürlich durch neue Gesetze ge- und verändert werden.

ZU FDP-Vize Wolfgang Kubicki:


Interessant auch immer der Vorwurf gegen die „anderen“, wie ihn Kubicki wieder anspricht. Natürlich ist es richtig und eine logische Frage, weshalb „man“ die Probleme nicht innerhalb der Regierungsbeteiligung angegangen ist und Lösungen gefunden hat. Aber diesen Vorwurf müssen sich ALLE Parteien gefallen lassen. Denn es ist die Aufgabe ALLER Parteien, aller an der jeweiligen Regierung Beteiligten gestalterische Politik mit entsprechenden Lösungsvorschlägen, Lösungen zu machen.

Zu Prof. Ph. D. Marcel Fratzscher vom DIW:

Also sämtliche Statistiken (jederzeit im Internet abrufbar) widerlegen seine Aussage eindeutig. Auch in Deutschland steigt die Mitarbeiteranzahl im Niedriglohnsektor stetig und fortlaufend an! 

Schröder ließ sich doch genau dafür loben: „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut,...“ 
 
Ständige Rechtfertigung dafür ist dann die mangelnde Bildung! Also genau das Thema, welches sich die Politiker seit Jahrzehnten als oberste Priorität auf die Fahnen geschrieben haben?!
„Die große Herausforderung, die Menschen so zu qualifizieren, dass sie in den Arbeitsmarkt kommen.“ und „Es liegt (aber laut seiner eigenen Aussage nur) z. T. an der mangelnden Qualifizierung...“

Lebenslanges Lernen ist nicht nur heute von Bedeutung, wie Fratzscher meint. Mein Generation musste über die Schreibmaschine, Lochkarte, PC, Internet und Smartphone ebenfalls ständig dazulernen. Meine Generation hatte auch (zumindest in entsprechenden Branchen und Firmen) die entsprechenden beruflichen Weiterbildungen erhalten. 

Also wird auch die nächste Arbeitsmarktrevolution „Digitalisierung 4.0“ ganz sicher nicht an den Menschen und Mitarbeitern scheitern.
Dies hat die Branchen und Firmen aber NICHT daran gehindert, genau diese „alten, weitergebildeten Mitarbeiter“ auf dem Wege des Outsourcing, der Ausgliederung aus alten Tarifverträgen in Lohnstrukturen zu drängen, in welchen eben entsprechend niedrigere Löhne und Gehälter festgeschrieben waren!

Und genau dies wird auch künftig die Arbeitgeber nicht daran hindern, den Mitarbeitern nur genau soviel zu bezahlen, dass es nicht zu einer offen Rebellion kommt! Die Teilhabe wird auch durch die Digitalisierung und Wertsteigerung der Arbeit nicht bei den Mitarbeitern ankommen. Sondern wieder nur in den Taschen der „Besitzer und Eigentümer“ des „freien Marktes“!

Was mit den dadurch „frei“ gewordenen Mitarbeitern geschieht, steht wieder auf einem anderen Blatt!

Montag, 9. Oktober 2017

Mein Posting zum Thema: Der 9. Oktober 1989 – war da was?
Ralf Nietzschmann für den Gesprächskreis und http://politikparadox.blogspot.de/ ,
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in Anlehnung an die
Nachdenkseiten (NDS)
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Liebe Freunde*innen des Gesprächskreises, verehrte Leser*innen und Bekannte,
heute am 9. Oktober 2017 jährt sich zum 28 mal der Jahrestag eines geschichtsträchtigen Ereignisses. Es begann die friedliche Revolution in der DDR und da maßgeblich in meiner Heimatstadt Leipzig.
Wer denkt heute noch an diesen denkwürdigen Tag?
In Leipzig wird ein sogenanntes Lichterfest gefeiert. Für mich eher eine Eventveranstaltung, die den eigentlichen Anlass doch eher verklärt. Für mich ergeben derartige Veranstaltungen nicht unbedingt Sinn. Die jüngere Generation sieht eben tatsächlich nur das Event im Sinne einer Show.
Es ist genauso wie, wenn Helene Fischer auftreten würde.
Gerade die Diskussionen nach der Bundestagswahl und den Wahlerfolgen der AfD, mit den mehr oder wenigen Schuldzuweisungen an die Ostdeutschen und da besonders der Sachsen, bringen mich eher dazu doch nochmal auf die Ursachen im Bezug zu Ostdeutschland hinzuweisen.
Dabei ist für mich der Wahlerfolg der AfD eher gesamtdeutsch zu sehen, denn die jüngere Generation beurteilt doch eher die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation und nicht so sehr die nun doch länger zurückliegende Vergangenheit.
Ich werde aber trotzdem nochmal auf die Befindlichkeiten der damaligen Generation in der DDR, die sich nun zum großen Teil im Ruhestand befinde
t
, aber auch auf die noch aktive Generation im Bezug zum Lebensalter, eingehen.
Was ich aber dabei immer wieder schreibe ist, dass eben der Beitritt der DDR zum Grundgesetz der BRD die dominante Rolle spielt.
Von Wiedervereinigung, sowohl im juristischen, aber auch im völkerrechtlichen Sinne kann nicht die Rede sein. Deutschland hat keinen Friedensvertrag und auch keine Verfassung.
Die DDR ist sofort in die Rechtsform des Grundgesetzes übernommen worden.
40 Jahre DDR und die Biografien der DDR-Bürger wurden sofort zur Makulatur.
Die DDR-Bürger hatten sich sofort unterzuordnen.
Ja, ich bleibe dabei, wenn auch dafür heftig kritisiert, die DDR-Bürger, waren nun zum zweiten mal Verlierer des II. Weltkrieges. Mussten sie doch den Großteil der Reparationslasten an die Sowjetunion begleichen, auch mit den Folgen der Deindustrialisierung leben!
Was passierte nach dem Betritt?
Erneut eine Deindustrialisierung, deren Folgen bis heute zu spüren sind, oder anders gesagt Ostdeutschland wurde zu verlängerten Werkbank des Westens.
Es sind nun im Jahre 2017 mehr als deutlich die Defizite der Entwicklung nach dem Ende der DDR in Ostdeutschland zu sehen.
Die Menschen, die sich biografisch bedingt in die große Aufgabe der Umstellung auf das neue System einstellen mussten, sind vom Hineinwachsen in ein neues politisches System extrem vernachlässigt worden.
Man kann trefflich spekulieren, ob gewollt oder nicht. Ich neige eher zum Ersteren.
Wenn man auf die unterschiedlichen Biografien in den 40 Jahren eingeht, kann man ohne jegliche Polemik auch von einer vergessenen Generation sprechen.
Ich schließe natürlich nicht aus, dass ein Teil der Wähler der AfD im Osten genau eben auch diese Auswirkungen zum Anlass für ihre Wahlentscheidung genommen haben. Es ist nach meiner vollsten Überzeugung jedoch nicht die Mehrzahl.
Ich vernachlässige, um nicht missverstanden zu werden, meine eigene Biografie.
Mir ging es in der DDR, bedingt durch meine berufliche Ausbildung, vermutlich überdurchschnittlich gut. Ich habe es auch gepackt mit einem Geschäftspartner aus Wiesbaden, den Sprung ins kalte Wasser, sprich Marktwirtschaft, zu schaffen. Ich hätte also persönlich keinen Grund zur Klage. Trotzdem sagt mir mein Sinn für Gerechtigkeit, die Nachteile des Beitritts für einen großen Teil meiner Landsleute immer mal wieder in den Fokus zu stellen.
Politische Bildung in Ost und West ist meines Erachtens auch ein Grund dafür, dass die Beurteilung über die Probleme der Ostdeutschen in der Öffentlichkeit in den Auseinandersetzungen nicht verstanden werden. Nur ein Beispiel ist die Rente. Wie viel Menschen haben das System umlagefinanzierte Rente nicht verstanden?
Vernachlässigt man mal die Linkspartei, waren die anderen Parteien doch überhaupt nicht interessiert ostdeutsche Probleme ernstzunehmen.
Die Ostdeutschen wurden sofort als "Jammer-Ossi" oder DDR-Nostalgiker“, abgestempelt.
Wundern braucht man sich dabei nicht, wenn die Wut auf einseitig orientierte Politiker und Medien durch die Ostdeutschen zu verzeichnen ist.
Bestimmte Westdeutsche hätten keinen Schimmer, welche Umbrüche es im Osten überhaupt gab, höre ich immer wieder und das nicht nur von vermeintlichen AfD Wählern.
Nun sind ja die Politiker munter geworden und wollen aus ihren Fehlern lernen. Wir wollen die Menschen mitnehmen, vermeintliche Protestwähler von der AfD zurückholen.
Schon wieder ein Fehler, wenn man einseitig Ostdeutschland im Bezug zur AfD meint.
Es ist reine Ablenkung. Es wird nunmehr nämlich von den gesamtdeutschen Problemen abgelenkt.
Die AfD wäre nur mit dem Stimmanteil Ostdeutschlands aufgrund der 5 % Regel nicht in den Bundestag eingezogen.
Nun wird ja als Ursache einseitig nur auf die Flüchtlingsproblematik hingewiesen.
Mit Sicherheit ein Faktor, aber nicht der wichtigste. Es herrscht nämlich eher Existenzangst und das gekennzeichnet durch drohende Altersarmut, Kinderarmut, unbezahlbare Mieten nun auch in den Ballungsgebieten in Ostdeutschland. Die Schere zwischen gut bezahlten Arbeitsplätzen und prekären Arbeitsplätzen geht immer weiter auseinander.
Abschließend möchte ich immer wieder appellieren, dass es grundfalsch ist, wenn leider ein Teil meiner Klientel 28 Jahre danach die durch bestimmte Kreise gewollte Auseinandersetzung zwischen Ost und West nicht wahrnimmt und sich instrumentalisieren lässt.
Glück auf
Ralf




Donnerstag, 5. Oktober 2017

Die widerspenstigen Völker

Wenn die Bundesregierung und der Regierungssprecher sich um die Verfassung anderer Länder Gedanken machen, zur Frage der staatlichen Gewalt(anwendung) Stellung nehmen soll, dann kommt derzeit (wenn es um Spanien geht) dabei derartiges heraus:

„Spanien ist ein demokratischer Staat. Ist auch medial ein pluralistischer Staat. Alle notwendigen Diskussionen werden in Spanien geführt. Da braucht niemand eine Stellungnahme und Bewertung eines Polizeieinsatzes durch einen deutschen Regierungssprecher.“
„Weil es sich um einen innerstaatlichen, innerspanischen Konflikt handelt. Weil es die spanische Verfassung gibt, die ganz klar den Rahmen innerhalb dessen eine Lösung im Dialog gesucht werden muss vorgibt und weil es richtig ist, sich daran zu halten und ich als deutscher Regierungssprecher da keine weiteren Ratschläge zu geben habe.“
„Ich habe hier und ich finde deutlich und umfangreich, die Haltung der Bundesregierung zu diesem Thema dargelegt.“

hier der Link zur Presseerklärung und den Antworten von Seibert:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=107&v=77z58W3tAGQ

In den Jahren 2013/2014 bis dato sieht die „hilfreiche Einmischung und Stellungnahme“ im Bezug auf die Ukraine und Russland hingegen etwas anders aus:

Inhalt Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Mittwoch, 29. Januar 2014 Pressemitteilung: 20 Ausgabejahr: 2014

Bundeskanzlerin Merkel telefonierte mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Janukowitsch

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, teilt mit:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute Nachmittag erneut mit dem ukrainischen Staatspräsidenten‚ Viktor Janukowitsch, telefoniert.
Sie begrüßte den Dialog zwischen dem Staatspräsidenten und der Opposition und die Aufhebung der umstrittenen Gesetze, die am 16. Januar im Eilverfahren verabschiedet worden waren. Mit ihrem Rücktritt habe die Regierung ihren Teil der Verantwortung für die jüngste krisenhafte Eskalation übernommen.
Nun müsse es darum gehen, das Verabredete, darunter auch das Amnestiegesetz, schnell umzusetzen und den Dialog fortzusetzen.
Es dürfe nicht erneut zu Gewalt kommen, Bürgerrechte müssten geschützt und ein demokratischer Ausweg aus der Krise gefunden werden. Die EU und Deutschland seien bereit, dabei Hilfe zu leisten.

******
In der Ukraine schlug sich die EU-Kommission und Deutschland auf die Seite derjenigen, die einen rechtmäßig gewählten Präsidenten aus seinem Amt jagten. Mit der Begründung, es sei der Wille des Volkes gewesen. Auch wenn dies gegen das dort geltende Recht verstieß. Laut Regierungssprecher Seibert im Auftrag der Bundeskanzlerin, dürfe es nicht erneut zu Gewalt kommen.
Der Ukraine „drohte“ man damit, dass man sie in die EU aufnehmen würde.

In Spanien hält sich die EU-Kommission und Deutschland (noch) zurück damit, den Willen des katalanischen Volkes als Volkswillen zu akzeptieren und sich auf deren Seite zu schlagen. Und zwar, weil sich der Wille der Katalanen gegen spanisches Recht richte. Kein Wort darüber, dass es zu staatlicher Gewalt kam und dass es dazu (noch dazu in einem demokratischen Land mit entsprechender Verfassung und Werten) nicht kommen dürfe?!
Den Katalanen droht man damit, dass man sie aus der EU ausschließen müsste und würde.
Demnach hat die EU-Kommission und die EU als Ganzes wohl ein defizitäres Rechtsverständnis, bzw. sehr unterschiedliches Interesse am Willen der Völker!

Und dies ist die eigentlich tickende Zeitbombe. Nämlich, wer und in welcher Art und Weise die Werte, das Völkerrecht und die Demokratie vertreten werden!

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Mein Posting zum Thema: Der 3.10. und Rückblick auf die Bundestagswahl vom 24.9.
Ralf Nietzschmann für den Gesprächskreis und http://politikparadox.blogspot.de/ ,
http://robert-diegrossenreligionen.blogspot.de/
in Anlehnung an die
Nachdenkseiten (NDS)
http://www.nachdenkseiten.de/
Liebe Freunde*innen des Gesprächskreises, verehrte Leser*innen und Bekannte,
ich weiß nicht wie viele Menschen den 3.10. 2017 als Tag der Einheit Deutschlands gefeiert oder doch nur einen freien Arbeitstag zur Befriedung persönlicher Dinge gesehen haben.
Ich habe am Abend des 3.10. 2017 im alten Freundeskreis beim gut gekühlten Radeberger Pilsener die 27 Jahre der sogenannten Wiedervereinigung rückblickend betrachtet.
Vorab, keiner meiner Freunde gehört materiell zu den Verlierern der sogenannten Wiedervereinigung.
Ich bleibe nach wie vor dabei und spreche vom Beitritt der DDR zum Grundgesetz der BRD.
Mit dem Beschluss der ersten und letzten freigewählten Volkskammer der DDR, begann der erste Wahlbetrug an den Wählern vor allen der Wähler
der CDU. Im Wahlprogramm der CDU stand das Ziel der Wiedervereinigung Deutschlands, daraus geworden ist der Beitritt, ein himmelweiter Unterschied mit erheblichen Folgen für die DDR-Bürger.
Nun gehört mein Freundeskreis und das geben wir zu, zu den Verlierern des Beitritts im Sinne unserer politischen Ziele im Jahr 1989 und davor. Die eigentliche Bürgerbewegung im Untergrund, wollte eine reformierte DDR und sogar unsere Freunde aus den kirchlichen Kreisen der evangelischen Kirche, konnten sich mit dem Demokratischen Sozialismus der SPD auf Basis des Godesberger Programms von 1959 anfreunden. Es blieb eine Illusion, die Ereignisse 1990 mit den blühenden Landschaften haben uns eindeutig in die Defensive gedrängt. Außerdem haben wir als hinter den eisernen Vorhang lebenden Menschen die Kraft und Macht des Finanzkapitals total unterschätzt.
Wiedereinmal zogen wir uns in unsere Nischen zurück, bzw. erkannten sehr schnell, wie Kapitalismus funktioniert und dachten erstmal an die Sicherung der eigenen Existenz.
Unabhängig davon behielten wir die Entwicklung für die Masse der DDR-Bürger in Auge und halfen, gesch
uldet unseren Möglichkeiten, Mitbürgern bei der Bewältigung der Anpassung an die nun neuen gesellschaftlichen Anforderungen, schlicht auch Ankommen in der Ellbogengesellschaft genannt.
Damals wurden wir von einem Großteil unserer Mitbürger nicht verstanden und mussten teils übelste Beschimpfungen ertragen, wenn wir unsere Meinung zum Beitritt darlegten.
Ich schrieb einige Jahre später:
Die Bürger wurden sofort mit einer für sie unbekannten fertigen Staatsordnung konfrontiert und konnten dem zu Folge ihr Stück Selbstbestimmung, das sie sich gerade erobert hatten, nicht ausleben. Das neue System verlangte von seinen neuen Bürgern kein aktives Mittun, sondern nur noch „Glücklichsein“über die nun beginnende Zukunft.
Die meisten Bürger akzeptierten dieses abverlangte Verhalten, den lange genug hatten sie keinen eigenen Blick auf die andere Seite Deutschlands, da ja die Mauer für die meisten ein
unüberwindbares Hindernis war. Das Neue wurde erstmal freudig begrüßt, auch Dank der Medien.
Der reale Sozialismus hatte den meisten Bürgern Wünsche verwehrt und Einschränkungen ihres persönlichen Lebens gebracht( Reisefreiheit), dadurch war man gern bereit das alte und bekannte System aufzugeben, auch seine zweifelsfrei positiven Facetten zu den Akten zu legen.
Dieses Verhalten war durchaus für die breite Masse verständlich, aber mit Sicherheit nicht
unbedingt klug. Viele dieser Menschen mussten das in Laufe der Zeit erkennen und verkraften.
Viele der Initiatoren die eine Veränderung des Systems in der DDR wollten, die damals eine
Chance sahen, mit der alten DDR das Denken und Handeln in Sinne einer gerechten
Gesellschaftsordnung aufzubauen, mussten erkennen, dass die Mehrheit einfach nur ein
vermeintlich komfortableres System haben wollten. Und Kohl hat dies mit blühenden
Landschaften unterstützt.
Zu diesen Ausführungen stehe ich auch noch heute, ohne jegliche Korrektoren.

Nun bin ich mit Sicherheit kein Mensch, der nun im 27. Jahr des Beitritts die damaligen Voraussagen zwar bestätigt sieht, aber nicht triumphal ausschlachtet. Nein, im Laufe der Zeit, habe ich die Probleme meiner Klientel eher gesamtdeutsch gesehen und mich dafür eingesetzt aufklärend tätig zu werden. Besonders dabei legte ich den Fokus auf das Gebiet der Daseinsfürsorge, wie Altersarmut, Rente, prekäre Arbeitsverhältnisse usw..

Die Bundestagswahl am 24.9. 2017 und das gesamtdeutsche Ergebnis für die AfD und die Interpretation der Systemmedien und Politiker, kann ich aber nicht so stehen lassen.
In einer teils verblödender Art und Weise werden nun Schuldige für die Verluste der etablierten Parteien und das Erstarken der AfD gesucht.
Natürlich sind wieder mal die Bürger der neuen Bundesländer die Schuldigen und da besonders mein Heimatland Sachsen. Sogenannte Spitzenjournalisten, wie Prantl von der SZ,
werfen uns Ostdeutschen in gewohnten Art und Weise in der ARD, Demokratiedefizite vor. Prantl begibt sich damit auf eine Stufe mit Journalisten, die uns als DDR – Bürgern 40 Jahre nicht unbekannt waren.

Nun aber mal Fakten auf den Tisch, was bestimmt manchen Westdeutschen mit besonderer negativer Affinität zu Ostdeutschland nicht passen wird.

Das Wahlergebnis für die AfD ist grundsätzlich ein gesamtdeutsches Problem als Ergebnis einer vollkommen verfehlten neoliberalen Politik und einer total gescheiterten Flüchtlingspolitik.

Wahlergebnis AfD:
Nahezu 68 Prozent der AfD
Wähler und Wählerrinnen lebt in Westdeutschland – nach vorläufigen amtlichen Endergebnissen erhielt die AfD bei den Bundestagswahlen am 24. September 2017 in Westdeutschland 3,970 Millionen ihrer insgesamt 5,877 Millionen gültigen Zweitstimmen - 67,6 Prozent -. Die ostdeutschen AfD Stimmen allein hätten nicht zum Einzug in den Deutschen Bundestag gereicht. 4,1 Prozentpunkte des AfD Wahlergebnisses von 12,6 Prozent der gültigen Zweitstimmen für die AfD kamen aus Ostdeutschland, 8,5 Prozentpunkte aus Westdeutschland.

Heute Morgen im Morgenmagazin
der ARD wurde ein Ort in Bayern mit streng katholischer Bevölkerung und deren Wahlverhalten gezeigt. Der Bürgermeister von der CSU war entsetzt über ein Wahlergebnis von 33 % für die AfD, die gleichzeitig Verluste für die CSU sind.
Der Ort hat Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von 2,3 %.
Sind nun diese Wähler plötzlich alle Nazis geworden, so wie man es besonders den Sachsen vorwirft, oder hat es andere Ursachen?
Zurück zu den Befindlichkeiten der Ostdeutschen im 27. Jahr des Beitritts und die Ursachen der Protestwahl hin zur AfD, die ich nur bedingt verstehe, die aber mit dem Begriff alternativlos beschrieben werden kann.

Chancengleichheit

War mit dem Beitritt sofort ausgeschlossen.
Durch die Vandalen aus dem Westen wurde der Osten ausgeplündert. Zusehendes wurde Volkseigentum in westdeutsche Hände verscherbelt.
Den Menschen wurde erzählt, dass alles sowieso keinen Wert hatte.
In Wirklichkeit wurde unliebsame Konkurrenz zur Strecke gebrach, wer
tvoller Immobilienbestand, Land, Wald sich angeeignet.
Der Osten wurde deindustrialisiert und zur verlängerten Werkbank des Westens gemacht.
Lohndumping und sozialer Kahlschlag wurde im Osten praktiziert, um es dann systematisch gesamtdeutsch bis heute weiter zu betreiben.

Weit über 1.2 Millionen gut ausgebildete Menschen verließen den Osten und sorgten für Wachstum und Steueraufkommen im Westen.
Dann müssen sich die Ostdeutschen immer noch anhören, dass die Produktivität mit dem Westen nicht mithalten kann. Und typisch arrogante Experten erklären dann auch noch, dass die Ursachen der geringeren Produktivität eine Rentenanpassung verhindert hat.
Wie soll der Osten den aufholen, wenn
er nach wie vor die verlängerte Werkbank des Westens ist und es immer noch nicht Wirtschaftstragende Unternehmen in ausreichender Menge gibt?
Nach wie vor werden ostdeutsche Biografien abgewertet, auch das merk
en sogar die jungen Ostdeutschen.
Die meisten Menschen im Osten, aber vermutlich auch im Westen, glauben nicht an das Märchen, dass das Flüchtlingsproblem keine Auswirkungen auf das einfache Volk hat. Teilweise schon heute zu merken. Auch im Osten wird der noch relativ günstige Wohnraum blockiert.
Da bin ich bei den Mieten. Es ist vollkommen irreführend immer nur Mieten in Ballungsgebieten des Westens mit den Ballungsgebieten im Osten zu vergleichen.
Dazu gehört erstmal der Vergleich der Löhne. Wenn in Leipzig mittlerweile in guten Wohngegenden eine 2 Raumwohnung auch schon über 500 Euro aufwärts kostet, kann sich der Durchschnittsverdiener die Wohnung auch nicht leisten, genau so wie der vergleichbare Durchschnittsverdiener in München.

Die Ostdeutschen haben offenbar einen schärferen Blick als die Westdeutschen dafür, wie sich Deutschland auf den allen Gebieten, wie oben von mir genannt, verändert hat.
Grundsätzlich bleibt aber das ostdeutsche Wahlergebnis für mich eben in Summe das Ergebnis einer Protestwahl. Wenn hier den Ostdeutschen und da verstärkt den Sachsen fehlendes Demokratieverständnis vorgeworfen wird und sie pauschalisiert als Nazis bezeichnet worden ist das blanker Populismus. In Wirklichkeit wird von den Problemen einer vollkommen verfehlten Politik auf allen Politikfeldern abgelenkt.

Wenn mit der AfD nun den Bürgern eingeredet wird, dass nun erstmals Nazis in das Parlament einziehen würden ist das aus meiner Sicht zweifach falsch. Ich würde eher von rechtskonservativen, früher mit der CDU verbundenen Abgeordneten sprechen.
Dazu empfehle ich den Link http://www.anderweltonline.com/
und da den Kommentar - Gabriel: „Erstmals seit 1949 wieder echte Nazis im Bundestag“ - ein Faktencheck – zu lesen. Besonders der Abschnitt Nationalsozialisten in den Reihen der Altparteien ist sehr interessant.
Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Erhard Eppler SPD oder Dietrich Genscher FDP Mitglieder in der NSDAP waren. Waren das dann keine Nazis?

Glück auf

Ralf

PS: Kurz zu Anfragen:
Es ist richtig, dass Frau Lieske anonym nach wie vor versucht auf dem Blog bei Robert Kroiß zu posten.
Ein bestimmter Kreis der User kennt die Inhalte.
Es besteht absolut keine Veranlassung derartige Kommentare frei zu schalten.
Soll sie doch diese Art der Kommentare auf ihrer HP veröffentlichen. Soweit es mich betrifft, erfolgt dann postwendend die entsprechende Reaktion.










Zum Tag der deutschen Einheit ein Text, der nicht von mir stammt

In Facebook und für gut gefunden:

"Tag der "Deutschen Einheit", da werde ich doch glatt nostalgisch...
Könnt Ihr Euch noch an die Bilder erinnern? Menschen, die halbverhungert, in Lumpen gekleidet und mit dreckigen Lappen an den Füßen über scharfkantige Mauerreste kletterten, stolperten, stürzten, sich wieder aufrappelten oder - sofern sie dazu nicht mehr in der Lage waren - auf allen Vieren weiterkrochen, um im nächsten Supermarkt über das Bananenangebot herzufallen? Bananen übrigens, die im grenznahen Raum plötzlich ein mehrfaches von dem kosteten, was man im ehemals westdeutschen Hinterland dafür berappen musste? Ja, das waren noch Zeiten...
Es gab übrigens auch andere Bilder, aber die sah man nicht im TV. Geschäftsleute, die aktenkofferweise ihre Post in den Osten karrten, um sie dort für 0,35 Ostmark pro Brief wieder gen Westen zu versenden. Bewohner aus den angrenzenden "alten" Bundesländern, die die östlichen Bankfilialen verstopften, um 20 DM umzutauschen und damit den nächsten Wocheneinkauf zu tätigen. Lawinen von Schrottautos ohne Hoffnung auf TüV, die im unterversorgten Osten weit über ihrem Wert an die naiven da an Gewinnsucht und Betrug nicht gewöhnten Zonenfuzzis verscherbelt wurden. Heerscharen von Versicherungsvertretern und Anlageberatern, die den dussligen Ossis sinnlose Verträge zu irrwitzigen Konditionen aufschwatzten, Initiatoren von sogenannten Pyramidenspielen, die einigen Wenigen zu mehr Geld verhalfen, indem sie viele andere um ihre Ersparnisse brachten - und dabei natürlich selbst ordentlich absahnten. Grundstücksspekulanten, die ganze Straßenzeilen für ein Butterbrot aufkauften. Nicht zu vergessen die Treuhand, die Betriebe für symbolische Beträge an private Interessenten verscherbelte, welche dann wieder alles herausholten, was sich noch zu Geld machen ließ, um den Rest an irgendwelche Grundstücks- oder andere Spekulanten weiterzuverscherbeln - und sich dabei eine goldene Nase zu verdienen.
Der Run auf den Bananentresen war nicht annähernd so spektakulär, wie der, den der großzügige Westen im Austausch gegen das "Begrüßungsgeld" gen Osten in Bewegung setzte. Allerdings kann ich mich irgendwie gar nicht daran erinnern, dass ARD und ZDF den in den Nachrichtensendungen ebenso groß herausgebracht hätten. Müssen sie in all dem Trubel wohl vergessen haben.
Und dann die Krönung: Der Wegfall des sozialistischen Gegengewichts setzte schließlich nicht nur eine Spekulantenlawine in Bewegung, sondern ermöglichte außerdem eine Wende in der Sozialpolitik und gipfelt mittlerweile in Lohndumping nie gekannten Ausmaßes auch in den alten Bundesländern.
Fakt ist jedenfalls, dass viele Menschen - nicht nur aus der ehemaligen DDR
-heute nicht besser dastehen als im Osten zu Zeiten der SED und der sozialistischen Planwirtschaft. Damals gab es dort für jeden Arbeit und soziale Sicherheit, dafür waren die Geschäfte mit Dingen, die nicht gerade Basics waren, nicht allzu gut bestückt. Im Westen wurde vernünftiges Arbeitslosengeld gezahlt und die Gewerkschaften machten sich für ordentliche Löhne stark. Heute gibt es überall Hartz IV und die Aussicht auf Altersarmut, die Geschäfte sind voll, die Schaufenster quellen über, aber das Geld reicht nur für das, was es in der DDR ohnehin gab, nämlich Basics.
Und Bananen, denn die sind eigentlich schön billig, außer bei Fair Trade, aber wer kann es sich schon leisten, fair zu sein?
Aber wenigstens hat uns dieser Werteaustausch ja einen Feiertag beschert. Begehen wir ihn also würdig. Vielleicht, indem wir ein paar blau-braunen Brüdern zu erklären versuchen, dass da niemand ein "R" vor dem Wort "Einheit" vergessen hat? Das wäre doch zumindest mal eine Maßnahme.
Ich persönlich boykottiere außerdem noch Bananen, aber das muss ja nun nicht jeder nachmachen, immerhin waren diese krummen Dinger uns lieb und teuer genug, um dafür all die anderen krummen Dinger ebenfalls in Kauf zu nehmen.
Schönen Feiertag."

Heidi Langer

Dienstag, 3. Oktober 2017

Traumbilder

Bild: josephinewall.co.uk

Im Traum
verschiebt sich
Zeit und Raum
Du läufst davon
und rennst
obwohl Du
liegst und pennst
Du machst
und tust
indem Du
schlafend ruhst
bewegst soviel
und kommst doch
nicht ans Ziel
so ist die Wirklichkeit
nicht immer wahr
die Wahrheit auch
nicht Wirklichkeit
der Raum und
auch die Zeit
alles nur ein Teil
der Ewigkeit
Dein Tagewerk
ein Teil der Nacht
umgeben nur
von Dunkelheit
im Traum
von Zeit und Raum
und Ewigkeit

R. K.



Donnerstag, 28. September 2017

Maischberger vom Mi. 27.9.2017


http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/maischberger/videos/wutwahl-gegen-merkel-und-co-video-102.html

und ein paar Gedanken von mir dazu.

Herr von Dohnanyi in der Sendung: „aber sie können ja annehmen, dass ich relativ konsequent bin in meinem Leben“ und weiter: „ich bin jetzt 60 Jahre in der SPD, aber ich habe mich konsequent verhalten“.

Und genau an diesem Punkt müsste eigentlich die Ursachenforschung für das verheerende Wahlergebnis der Parteien beginnen.

Fehlende Konsequenz und Geradlinigkeit, die Unglaubwürdigkeit im Bezug auf Aussagen und entgegengesetztem Handeln waren und sind es, egal welcher Partei man zugetan ist, welche zu einem derartigen Ergebnis geführt haben. „Hü“ verkünden und „hott“ machen!

Herr von Dohnanyi machte dies mit seinem „Eingangsstatement“ (allerdings nicht zum ersten Mal) wieder sehr deutlich.

Das „Lokal, die Köchin und die Speisen (CDU, Merkel, Entscheidungen)“ nebenan seit Jahren für das derzeit beste „Lokal“ zu halten und sich dann einen Stammplatz im Lokal gegenüber, bei dem „Koch, den Köchen und den Speisen (SPD, Schulz, Programm)“ seit 60 Jahren dort zu reservieren, halte ich für absolut inkonsequent und eher schizophren. Es muss also einen anderen Grund als das „Lokal, Koch, Köchin und Speiseplan“ haben, dass man sich wider den „eigenen Geschmack und sein Gourmet Verständnis“ entscheidet?! So mag es ja durchaus sein, dass ihm das „Lokal mit seinem jahrzehntelangen Stammplatz“ und die dort servierten Speisen anfänglich sehr zugesagt haben. Wenn sich das Niveau und die Kochkunst allerdings, wie auch die Köche dahingehend verändert haben, dass einem das servierte Menü nicht mehr schmeckt und zusagt, dann wäre logischerweise das konsequente Handeln, dass man das „Lokal“ wechselt! Es sei denn, man hat andere Vorzüge dadurch, dass man das Lokal mit seinem Stammplatz schlecht redet und deshalb immer noch dort „einkehrt“?!

Die SPD hat nur die Quittung für das inkonsequente Handeln ihrer Politik im Bezug auf das eigentliche Klientel bekommen.

Auch Seehofer ist ein geradezu perfektes Beispiel für die Inkonsequenz der verkündeten Politik. Und genau dafür hat er und die CSU die Quittung bekommen.

Will sagen. Es ist völlig egal, welcher Partei und Politik (Lokal und Speiseplan) man zugetan ist. Wenn nicht das serviert wird, was der „Speiseplan“ verspricht und dies dann auch noch schlecht zubereitet ist, dann muss sich niemand mehr darüber wundern, dass die ehemaligen Stammgäste abtrünnig werden und sich ein anderes „Lokal“ suchen.